Franz Mon

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Halb5 Vortrag | 18.06.1998 | Visuelle Texte

»Ein erster Zugang zur Visualität von Texten gelang – in den 50er Jahren – über die Erfahrungen mit der artikulatorischen Kohärenz von Sprachverläufen und deren Organisierbarkeit auf der Fläche: der Text wurde Lesepartitur; und über die Faszination vom Zusammentreffen heterogener, fremder, zugefallener Text- und Bildfragmente« ebenfalls auf der Fläche. Die sprechtextliche Linearität bekam eine alternative in bildsprachlicher Simularität der beteiligten Bausteine. Seit Beginn der 60er Jahre gewann die Verzweigung der Poetischen Arbeiten in verbale, visuelle und akustische an Kontur.
Die theoretische Durchdringung des Themas Schrift und Bild verband sich mit einer Ausweitung der produktiven Arbeiten zur visuellen Poesie, vor allem in Form der Collage, der Schreibmaschinentextur und der Assemblage.

Die visuellen Arbeiten wurden seit 1962 in Gruppen- und Einzelausstellungen im In- und Ausland gezeigt. Für die Biennale in Venedig entstand 1970 ein oktogonaler Textraum »mortuarium für zwei alphabete«; ein zweiter wurde 1972 für ein Hörspielfestival in Wilhelmsbad hergestellt, in Gestalt einer 8 Meter langen, begehbaren Raumtonne. In dem Band »ainmal nur das alphabet gebrauchen«
(Edition Hansjörg Mayer, Stuttgart 1967) sind die bis 1967 entwickelten visuellen Textmethoden festgehalten. Weitere haben sich vor allem in der Kassette »Knöchel des Alphabets« (Publikation der Hochschule für Gestaltung Offenbach, 1989) niedergeschlagen.
Textkonzepte mit Holzbuchstaben wurden seit 1986 für die Schierlingspresse Dreieichen verwirklicht.

Die theoretische Durchdringung und die eigene produktive Erfahrung im Bereich Schrift-Bild-Sprache konnten seit 1987/88 für Lehraufträge der Gesamthochschule Kassel und der Hochschule für Gestaltung Offenbach und Karlsruhe genutzt werden.

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