Halb5 Vortrag | 10.05.2000 | Übergänge
Hannes Wettstein, Zürich
Mitten im Trubel steht Hannes Wettstein. Groß gewachsen, mit kurz geschorenem Schädel und schüchternem Lächeln, ganz in schwarzes, edles Tuch gehüllt. Der Star des Schweizer Designschaffens wird gefeiert – nicht nur an diesem Abend. Der 40-jährige Wettstein hat für Wogg die Jubiläumskollektion gestaltet. Einen farbigen Kubus, genauso viele Zentimeter tief, hoch und lang wie der Designer alt.
Multifunktional formal auf das absolute Minimum reduziert und aus echtem Kunststoff geschaffen. Ob Möbel, Velos oder Uhren: Wettsteins Entwürfe tragen alle dasselbe Markenzeichen. Sie sind einfach, elegant, technisch, raffiniert, unspektakulär und deswegen derart eigenwillig. »Wettstein kommt mit einfachen Mitteln zu gültigen Lösungen«, sagt Köbi Gantenbein, Chefredakteur des Architekturmagazins »Hochparterre«, der einzigen kritischen Designinstanz des Landes. Wettsteins Erfolg ist größer denn je. Mehr als ein Dutzend Projekte stehen an. Seine Kunden sitzen in New York, Berlin, Mailand. »Irgendwo dazwischen lebe ich«, sagte er.
Das hat Konsequenzen. Sein Designbüro, das er am Zürcher Stadtrand leitet, muss reorganisiert und ausgebaut werden. Vorab die konzeptionelle Beratung, die Wettstein anbietet, soll expandiert und in einem Proficenter zusammengefasst werden.
Tags: 2000
