Halb5 Vortrag | 05.12.2001 | Unbemerkt
Hans Ingold
Bereits 1960 brachte er eine trächtige Kuh mit zwei verkehrt plazierten Kälbern im Bauch behutsam von einer Alm ins Tierspital. Ihm zu Ehren wurde der neugeborene Simmentaler Jungstier, der später viele Prämierungen erzielte und einen grossen Nachwuchs auf die Beine half, auf den Namen Ingold getauft.
Weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt wurde Hans Ingold mit einer Reihe von spektakulären Gletscherlandungen zur Bergung verunglückter Alpinisten. Typisch für seinen unternehmerischen Spürsinn war die Pionierleistung mit der Einführung eines Angebots, das auf den ersten Blick dem Unternehmensziel schaden müsste, sich dann aber über einen längeren Zeitraum doch sehr bezahlt machte.
Mit der Einsicht, dass nicht jedes Geschäftstreffen die persönliche Anwesenheit erfordert und somit Taxikapazitäten im Notfall für dringendere Aufgaben freigestellt werden können, setzte er bei den Schweizer Postbetrieben die ersten kommerziellen Konferenzschaltungen für seine Kundschaft durch.
Sein Lebenswerk ist die ingold airlines. Hans Ingold hat es verstanden, aus seiner Leidenschaft, der Fliegerei, ein solides und lukratives Geschäftz zu machen. Halbe Sachen kannte er nicht, jede neue Idee wurde auf Herz und Nieren gepüft - und wenn sie für gut befunden wurde, mit Feuer und Flamme realisiert.
Mit diesem Stil war er verantwortlich für die Grundzüge, den Charakter und dir Tragfähigkeit seiner Fluggesellschaft. Hans Ingold, der Mann der ersten Stunde hat Qualitätsmasstäbe gesetzt, die noch heute gelten und die auch in Zukunft das Leitbild von ingold airlines entscheidend prägen werden.
Res Ingold
Nach dem Studium war das Interesse sowohl am Experiment wie an der Planung entscheidend für die weitere berufliche Ausrichtung von Res Ingold und den späteren Einstieg in die Firma des Onkels. Das Engagement dabei war nicht etwa durch fliegerischen Ehrgeiz begründet - diese Domäne war unangefochten dem Onkel vorbehalten - sondern durch die Vision einer unabhängigen Unternehmung, die sich am protektionierten Schweizer Himmel zu behaupten weiss. Die Marktanalysen waren jedoch Anfang der 80er Jahre sehr ernüchternd. Tragfähige Ausbaupläne bedurften eines verhältnismässig grossen Investitionsvolumens und die Ressourcen mussten sehr sorgfältig eingesetzt werden, um den Atem nicht auf halber Strecke zu verlieren.
In einem ersten Schritt wurde die Administration unter einem Dach in Bern angesiedelt. Damit verbunden war die Entwicklung einer neuen Betriebsstruktur mit einer leistungsfähigen logistischen Basis und flexiblen Dispositiven. Vorersrt bildete weiterhin die Arbeitsfliegerei den Geschäftsschwerpunkt, verstärkt wurden dabei Spezialtransporte in den Bereichen Landwirtschaft, Industrie, Entertainment und Verwaltung angeboten. Zusätzliche Umsätze wurden mit der preiswerten Nutzung fremder Flotten erzielt, die aufgrund saisonbedingter Flauten in Bern und Basel stehen blieben, allerdings erwies sich dieses Segment als enormes Inflationsgeschäft. Auf der Transatlantikroute herrscht ein so grosser Andrang, dass man besser naderswo weitergeht. Die Chance bestand vielmehr in einem forcierten Gang nach Europa, es galt, die eigenen Stärken zu erkennen und darauf gestützt, langfristige ingternationale Strategien mit einem signifikanten Profil zu entwickeln.
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