Kurt Weidemann

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Halb5 Vortrag | 22.06.2001 | Frische

Kurt Weidemann, Schriftsetzer, -macher, -leiter, -steller, Stuttgart

geb. 15.12.1922 in Eichmedien, Deutschland (heute Polen). 1950–52 Schriftsetzerlehre in Lübeck. 1953–55 Studium der Buchgrafik und Typographie an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart. Seit 1955 freiberuflich als Grafikdesigner, Werbeberater und Texter tätig. Auftraggeber waren u.a. COOP, Zeiss, Merck KGaA, die Merzedes - Benz AG, die Daimler - Benz AG, die Deutsche Aerospace AG und die Deutsche Bahn AG. Als Buchgestalter für Verlage wie Büchergilde Gutenberg, Ullstein, Propyläen, Ernst Klett und Thieme tätig. 1955–64 Schriftleiter der Fachzeitschrift »Der Druckspiegel«. 1965–85 Professor an der Staatlichen Akademie für Bildende Künste in Stuttgart. Seit 1983 Lehrtätigkeit an der Wissenschaftlichen Hochschule für Unternehmensführung in Koblenz. Seit 1987 Berater für das Erscheinungsbild des Daimler-Benz Konzerns. 1990 Überarbeitung des Erscheinungsbildes der Porsche AG. Seit 1991 Lehrtätigkeit an der Hochschule für Gestaltung im Zentrum für Kunst - und Medientechnologie in Karlsruhe. Zahlreiche Auszeichnungen, u.a. der »Lucky Strike Designer Award« der Raymond-Loewy-Stiftung (1995) und der Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland (1996), – Schriftentwürfe: Biblica (1979), ITC Weidemann (1983), Corporate A. S. E. (1985–1989). – Publikationen u.a.: »Wo der Buchstabe das Wort führt«, Stuttgart 1995; »Wortarmut«, Karlsruhe 1995. Uta Brandes »Kurt Weidemann. Das Nachbild auf der Netzhaut« , Göttingen 1995 »…Neugier ist eine ungeheure Antriebskraft und als solche unglaublich wichtig um zu erfahren was um einen herum los ist – wie sich die Gesellschaft um einen herum verhält. Dabei sind Verhaltensweisen bei Kindern noch am besten zu beobachten, weil sie völlig unbedarft an Dinge herangehen und vom »Erwachsenendenken« noch nicht versaut sind. Von ihnen kann man viel mehr über menschliches Verhalten lernen, als von Erwachsenen, die weitmehr die Kunst der Verstellung und Tarnung beherrschen und auch nutzen. Der Oscar Wilde hat einmal gesagt, etwas worüber man nicht spricht ist gar nicht geschehen, d.h. es ist ausserordentlich wichtig, wenn etwas passiert, dass man auch darüber berichtet. Das gilt heute im Medienzeitalter noch viel mehr als vor 150 Jahren, als Oscar Wilde diese Erkenntnis hatte. Das bedeutet die Verbreitung eines Ereignisses ist heute fast wichtiger als das Ereignis selbst und das blosse Beobachten des Selben reicht nicht . Es hilft uns als Designer also nichts, zu beobachten und die schönsten Entwürfe zu machen, wenn diese dann von irgendeinem Marketing - Arsch nicht richtig verbreitet werden, z.B. durch die Wahl falscher Medien. Als Designer sollte man also von Anfang an auch Einfluss auf die Verbreitung nehmen, weshalb Ihr gleich mit den Chefs reden müsst und zwar nicht aus Arroganz, sondern weil nur Die eure Gesprächspartner sind und nicht irgedwelche Werbeleiter die sowieso alle drei Jahre wechseln…«

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