Tirmiziou Diallo

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Halb5 Vortrag | 15.12.1999 | Identität

Tirmiziou Diallo, Frankfurt am Main

Er hat drei Monate in Rosenheim (Mühlheim) nahe München gewohnt und dort einen Deutschkurs besucht. Danach bekam er ein Stipendium und zog nach Frankfurt, um dort sein Praktikum zu machen - einer der ersten Stipendiaten damals. Er ist eingebürgert als Deutscher. Thema seines Vortrags: »das Fremde« Kulturvergleich auf afrikanische Denkformen, Strukturformen…

Er spricht über die Unterschiede zwischen Normen und menschlichen Ursprüngen. Die Globalisierung der Wirtschaft ist gleichzeitig die Globalisierung der Kultur, es kommt zu einer Konfrontation zwischen Kulturen mit verschiedenen Nationen. Verschiedene Kulturen haben verschiedene Normen, dadurch werden die Normen in Frage gestellt. Für Diallo ist die Globalisierung wie eine Walze, die durch eigene Gesetze durch die Welt rollt. Die alte Form der Globalisierung (global denken, lokal handeln) ist für Diallo nichts anders als die »Bewusstwerdung der Vielfalt der Welt und der menschlichen Gattung«, eine neue Form der Wahrnehmung der Welt. Und der neue Begriff für »Globalisierung« ist in seiner Sprache die »Weltwerdung der Welt«. Für Diallo gibt es keinen Fremden, sondern nur den Anderen. Er sieht die Einheit einer Kultur als die gesamte Produktion eines Volkes in einer bestimmten Zeit und in einem bestimmten Raum (geistig und materialistisch).

Es gibt keine Kultur, die die Eigenschaften des Menschen gleich behandeln kann, auch die, die sie erschafft hat. Eine universelle Kultur gibt es nicht! Das Fremde ist nicht fremd, sondern bis dahin nur unbekannt. Entweder wird es sympathisiert oder negativisiert. »Wir Sprechen zwar Deutsch (als Oberbegriff), aber der Inhalt könnte nicht die gleiche Sprache sein!«

Die Kommunikation zwischen zwei Menschen ist die reine formelle Kommunikation. Was daraus folgt, ist das logische Denken.

Sich selbst nicht erkennen (andere nicht verstehen wollen) ist der Ausdruck von Schwäche. Kulturelle Indentität ist für Diallo die reine Betrügerei. Da es keine einheitliche Kultur gibt, gibt es auch keine einheitliche kulturelle Identität.
Jeder ist identisch mit sich selbst.

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